25.09.2017
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Wann ist die beste Zeit, um schlafen zu gehen?

von Katja Gartung

Gibt es das? Eine Uhrzeit, die für jeden Menschen als perfekte Uhrzeit gilt, um schlafen zu gehen? Menschen haben unterschiedliche Biorhythmen, verschiedenste Jobs mit Frühschichten, Spätschichten oder ähnlichem, sind Eule oder Lerche… und sie haben unterschiedliche Schlafbedürfnisse. Manch ein Erwachsener ist nach sechs Stunden Schlaf fit und ausgeschlafen, andere brauchen zwischen zehn und elf Stunden Schlaf pro Nacht, um sich frisch und ausgeruht zu fühlen. Im Schnitt liegt der Bedarf bei sieben bis neun Stunden. Im Seniorenalter verringert sich die individuell benötigte Schlafdauer noch einmal, und die meisten Menschen brauchen dann nur noch sieben bis acht Stunden Schlaf.

Aber wann geht man nun am besten ins Bett, um sich selbst möglichst einen erholsamen, langen und tiefen Schlaf zu gönnen? Eine vor nicht allzu langer Zeit in England durchgeführte Studie, in der Forscher die Schlafgewohnheiten von 1.000 Menschen untersucht haben, hat laut Online-Magazin „Mirror“ ergeben, dass die perfekte Zeit zum Schlafen gehen um 22.37 Uhr ist – also 23 Minuten vor 23 Uhr. Die beste Zeit zum Aufstehen ist gemäß dieser Studie morgens um 7.19 Uhr. Der US amerikanische Schlafexperte Michael Breus behauptet hingegen, die für uns persönlich beste Zeit zum Schlafengehen können wir errechnen, indem wir von der Uhrzeit, zu der unser Wecker klingelt, einfach siebeneinhalb Stunden zurückrechnen. Seine Behauptung beruht auf der Überlegung, dass der durchschnittliche Mensch pro Nacht fünf Schlafphasen durchläuft und eine Schlafphase im Durchschnitt 90 Minuten dauert. Wieder andere Studien sprechen davon, dass es einzig darauf ankommt, dass die nächtlichen Schlafenszeiten einigermaßen regelmäßig stattfinden. Dabei sei es völlig egal, ob man beispielsweise um 21 Uhr oder um 23.30 Uhr ins Bett geht.

Allen Studien gemein ist die Tatsache, dass der Tiefschlaf darüber entscheidet, wie erholsam der Schlaf ist. Der Psychologe Jürgen Aschoff, der in den 1960er Jahren verschiedene Experimente zu dem Thema durchführte, widerlegte mit seinen Forschungsergebnissen den weit verbreiteten Mythos, der Schlaf vor Mitternacht sei der erholsamste und damit der wichtigste. In den ersten zwei bis vier Stunden nach dem Einschlafen sei der Schlaf besonders tief, und für diejenigen, die vor Mitternacht schlafen gehen, falle diese Zeitspanne daher in die Zeit vor 24 Uhr. Mit der Uhrzeit selbst habe die Tiefe des Schlafs jedoch nichts zu tun.

Fazit: Wie so vieles im Leben ist auch die benötigte Schlafdauer ganz individuell. Eine für alle Menschen gleichermaßen gültige perfekte Einschlafzeit gibt es wohl nicht. Unbestritten ist die Tatsache, dass nicht allein die Uhrzeit, zu der man schlafen geht, die Qualität des Schlafs bestimmt. Diverse andere Faktoren - ob sich z.B. elektromagnetische Felder in der Schlafumgebung befinden, ob man vor dem Zu-Bett-Gehen Alkohol oder Koffein verzehrt hat, ob Lichtquellen die Nachtruhe stören oder ob man mit sorgenvollen oder sonstig negativ belasteten Gedanken schlafen geht, haben Einfluss darauf, wie ausgeruht und erholt wir morgens aus dem Schlaf erwachen. Und darum geht es – sich selbst zu beobachten und dafür zu sorgen, dass man die für sich „richtigen“ Schlafgewohnheiten und damit auch eine möglicherweise bevorzugte Bettgehzeit herausfindet, die einem die Vitalität und Energie ermöglicht, die man sich für sein eigenes Leben wünscht.

Übrigens: Im Schnitt benötigen wir 14 Minuten, um einzuschlafen. Aber auch das ist nur ein statistischer Wert. Manche haben Glück, legen sich nur hin und sind sofort im Land der Träume, andere wälzen sich stundenlang hin und her und finden einfach nicht in den Schlaf. Aber das ist ein anderes Thema...

Foto: pexels.com