30.05.2018
Blog

Cocooning oder Homing? Oder einfach nur das Leben genießen?

von Paulina Schröder und Katja Gartung
Cocooning, Homing, Bett, gemütlich, Schlafzimmer, Zuhause

Wieder mal zwei klangvolle Worte, die bestimmte Lebensarten beschreiben sollen. Aber was genau bedeuten sie überhaupt?

Der Begriff Cocooning stammt von dem englischen Wort cocoon, zu Deutsch Kokon, und bezeichnet den biologischen Vorgang des Verpuppens von Insekten. Genau wie der Begriff stammt auch der Trend aus den USA, der Anfang der 2000er nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 (erneut) zu uns herüberschwappte. Ursprünglich stammt Cocooning aus den 1980er Jahren und beschreibt das Einigeln in eine eigene kleine und überschaubare Welt, sein Haus oder seine Wohnung. Wie in einen Kokon. Als Reaktion auf die vermeintlich immer gefährlicher werdende Außenwelt. Durch das Zurückziehen aus der Öffentlichkeit wird dem Häuslichen mehr Beachtung geschenkt.

Der neue Trend, der nach und nach das Cocooning ablöst, nennt sich Homing. Homing kommt von dem englischen Wort für home, zu Deutsch Zuhause. Auf den ersten Blick unterscheidet sich das nicht groß von Cocooning, denkt man. Auch hier ist das Zuhause der Lebensmittelpunkt. Aber im Gegensatz zum Cocooning schneidet es einen nicht mehr von den sozialen Kontakten ab. Man will Unternehmungen wie Essen gehen mit Freunden, ins Kino gehen oder gesellige Barabende nicht missen. Also lädt man seine Freunde einfach nach Hause ein, kocht gemeinsam, schaut Filme oder veranstaltet einen Cocktailabend. Ein angenehmer Nebeneffekt: Man spart dabei in der Regel sogar noch Geld. Das wiederum wird nicht selten in die Einrichtung der Wohnung gesteckt, um eine großzügiges und kuschliges Wohngefühl zu kreieren. Schließlich zeigt man gern, was man hat. Viele Kissen auf der großen Couch und dem gemütlichen Bett, Accessoires und Reisemitbringsel…  erlaubt ist, was gefällt.

Ja, wir lieben unser Zuhause. Und besonders unser Bett. Aber wollen wir uns wirklich einigeln? Nein! Und genauso wenig wollen wir uns darauf beschränken, uns zwar in Gesellschaft, aber trotzdem immer noch nur in unseren eigenen vier Wänden zu bewegen. Wir lieben es doch nicht minder, morgens frisch und munter ins Büro zu spazieren und abends unsere Freunde in der Bar um die Ecke auf einen Drink zu treffen.  Es ist schön, am Wochenende ein sleep-in zu veranstalten. Aber es ist auch genauso schön, ausgeschlafen und fit aus den Federn zu springen, einen Spaziergang mit dem Hund zu unternehmen und danach bei einem leckeren Latte Macchiato to go über den Wochenmarkt zu schlendern oder sich im nahegelegenen Park mit Gleichgesinnten zu einer Runde Frisbee zu treffen. Und überhaupt – warum braucht man denn eigentlich für alles eine Bezeichnung? Man konnte auch schon bevor Homing Trend wurde Freunde zu sich einladen, kochen, Filmabende veranstalten und für ein kuschliges Wohngefühl in ein schönes gemütliches Bett investieren.

Sagen wir es doch einfach so: We <3 doing, worauf wir gerade Lust haben.

 

Foto: Toa Heftiba/Unsplash